Glossar: I

Implantat
Ein Zahnimplantat ist meist eine Schraube, in der Regel aus Titan, die mit einem chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingesetzt wird und dort als Ersatz für die Zahnwurzel dient. Auf diesem künstlichen Pfeiler wird anschliessend ein Zahnersatz befestigt. Mit der Implantattechnik lässt sich

  • ein einzelner Zahn ersetzen,
  • eine Zahnlücke füllen (zwei oder mehr Zähne),
  • eine verkürzte Zahnreihe ergänzen,
  • ein ganz zahnloser Kiefer versorgen.

Beim Einzelzahnersatz hat eine Implantatlösung den Vorteil, dass keine gesunden Nachbarzähne beschliffen werden müssen, was die Langzeitprognose dieser Zähne erheblich verbessert. Implantatgestützte Brücken oder Prothesen gewährleisten in der Regel eine bessere Kaufunktion. Zudem fühlen sich Patientinnen und Patienten damit sicherer, da sich ein solcher Zahnersatz in der Regel wie eigene Zähne anfühlt.
Implantation
Beim Eingriff öffnet der Zahnarzt ambulant unter lokaler Betäubung das Zahnfleisch und präpariert den Kieferknochen, das so genannte Implantatbett, mit Spezialbohrern: Es wird ein zirka 3 bis 6 mm weites und 10 bis 15 mm tiefes Loch in den Knochen gebohrt, in welches das Implantat eingesetzt wird. Danach wird die Schleimhaut über dem Implantat wieder vernäht («geschlossene Einheilung», vom Implantat ist also erst mal nichts zu sehen) oder sie wird um den Implantathals adaptiert und vernäht («offene Einheilung»). Der Eingriff dauert je nach Anzahl der Implantate zwischen 30 Minuten und 2 Stunden und ist dank Lokalanästhesie in der Regel schmerzlos. Die Beschwerden nach der Operation sind meist gering und werden mit Schmerztabletten gelindert. Je nach Operationsmethode und Operationsdauer kann die Gabe von Antibiotika angezeigt sein.
Bei idealen Verhältnissen mit viel Knochenvolumen kann ein Implantat auch ohne Zahnfleischaufklappung eingesetzt werden, was nach der Operation für den Patienten praktisch keine Schmerzen und keine Schwellung verursacht. Diese Situationen sind jedoch insgesamt eher selten (< 10%).
Jeder chirurgische Eingriff birgt ein gewisses Komplikationsrisiko. Die häufigsten Komplikationen einer Implantatoperation:

  • Blutung
  • Schwellung und Hämatom (Bluterguss)
  • Infektion
  • Temporäre Empfindungsstörung
  • Gestörte Wundheilung.

Falls das Implantat nicht einheilt und entfernt werden muss, kann nach einer Wartezeit von einigen Wochen bis Monaten allenfalls ein neues Implantat geplant werden, sofern der Zustand des Knochens dies erlaubt.
Implantationszeitpunkt
Nach einem Zahnverlust oder einer Zahnextraktion kann mit dem Setzen eines Implantats unterschiedlich lange zugewartet werden.

  • Sofortimplantation: Erfolgt direkt nach dem Zahnverlust. Sie darf nur zur Anwendung kommen, sofern nach der Extraktion die Alveole (das leere Zahnfach) entzündungsfrei ist. Sie kann mit einem erhöhten Verlustrisiko einhergehen.
  • Frühimplantation: Erfolgt 4 bis 8 Wochen nach der Zahnextraktion. Die Heilung des Weichgewebes ist weitgehend abgeschlossen.
  • Implantation 3 bis 4 Monate nach der Extraktion: Das Weichgewebe ist abgeheilt, der Knochen beginnt zu heilen.
  • Spätimplantation: Erfolgt nach sechs Monaten oder mehr im vollständig abgeheilten Knochen.
Implantatverlust
Oft ist es unklar, weshalb ein Implantat verloren geht. Es werden verschiedene Ursachen vermutet:

  • ungenügende Mundhygiene und nachfolgende Infektionen, ähnlich wie Parodontitis, oft auch verbunden mit Rauchen
  •  zu starke Belastung, z.B. bei Knirschen
  • Knochenqualität, die der Belastung nicht gewachsen ist (z.B. osteoporotischer Knochen bei älteren Patienten)
  • zu wenig stabiles Einwachsen des Implantats im Knochen
  • ungünstige Kieferverhältnisse (Anatomie des Patienten), knappes Knochenangebot
  • nicht fachgerechtes Einbringen des Implantats durch den Zahnarzt. (In diesem Fall tritt der Misserfolg meist bereits kurz nach dem Eingriff auf)
  • Infektion während der Einheilphase
  • unklare Ursache
Implantologie (Erfahrener Zahnarzt)
Die Implantologie ist in der Schweiz Bestandteil der zahnärztlichen Aus- und Weiterbildung an den Universitäten. Wichtig ist, dass jeder Fall richtig eingeschätzt wird; die Bandbreite reicht von relativ «einfachen» Implantaten im nicht sichtbaren Bereich bis zu komplexen Situationen (Frontzähne) oder erschwerenden Bedingungen (z.B. Knochendefekt) sowie komplexen prothetischen Sanierungen, bei denen das Können und die Erfahrung des Zahnarztes zentral sind. Da die Eingriffe heute tendenziell anspruchsvoller werden, sollte der behandelnde Zahnarzt über umfassende diagnostische und planerische Kenntnisse, eine gute Ausbildung in oraler Chirurgie, in rekonstruktiver/prothetischer Zahnmedizin sowie allenfalls bereits über den neu geschaffenen Weiterbildungsausweis (WBA) für orale Implantologie der SSO (Schweizer Zahnärzte-Gesellschaft) verfügen.
 
Am besten fragen Sie Ihren Zahnarzt, welche Leistungen er anbietet oder welche Fachzahnärzte er Ihnen empfehlen kann. Sie können sich auch in Ihrem Bekanntenkreis erkundigen, ob jemand gute Erfahrungen mit einem implantierenden Zahnarzt gemacht hat und dessen Adresse verlangen.
 
Die Kenntnisse und Fähigkeiten eines implantierenden Zahnarztes kann man bei einem ersten Besuch auch direkt erfahren. Wichtig zu beachten sind etwa folgende Aspekte:

  • Wie viele implantologische Behandlungen hat der Zahnarzt bereits erfolgreich durchgeführt?
  • Besucht er regelmässig Fortbildungen?
  • Arbeitet ihr Zahnarzt mit Spezialisten zusammen?
  • Fühlen Sie sich im Erstgespräch sorgfältig, umfassend und individuell beraten?
  • Erhalten Sie auch Informationen zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten samt den möglichen Vor- und Nachteilen?
  • Werden Sie detailliert über Dauer und Kosten der Behandlung aufgeklärt?
 
Bei Fragen/Zweifeln finden Sie hier Informationen/Spezialisten:

  • beim eigenen Zahnarzt, der die persönliche und lokale Situation kennt. Entweder kann er die Implantattherapie selbst durchführen oder er übernimmt die Überweisung an einen erfahrenen implantologisch tätigen Kollegen
  • an einem der vier Zahnärztlichen Institute in der Schweiz, welche neutral beraten. Dies sind: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Zürich, Zahnmedizinische Kliniken der Universität Bern, Université de Genève, Section de médecine dentaire, Universitätskliniken für Zahnmedizin der Universität Basel
  • direkt über die Internetseiten der Fachgesellschaften der Implantat Stiftung Schweiz. Dies sind: Schweizerische Gesellschaft für orale Implantologie (SGI), Schweizerische Gesellschaft für Oralchirurgie und Stomatologie (SSOS), Schweizerische Gesellschaft für Parodontologie (SSP), Schweizerische Gesellschaft für rekonstruktive Zahnmedizin (SSRD).
  • (Nicht ausnahmslos alle Spezialisten, die im Register der Fachgesellschaften aufgelistet sind, bieten eine Implantattherapie an.)
  • bei der Implantat Stiftung Schweiz, die eine Liste der in den verschiedenen Fachgesellschaften vertretenen Spezialisten aushändigt (www.implantatstiftung.ch)
  • beim jeweiligen Kantonszahnarzt (www.kantonszahnaerzte.ch)
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«Unterschiede bei Zahnimplantaten» gesundheitheute-Sendung vom 28. Mai 2016. » Mehr
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Was ist ein Zahnimplantat? Ein Implantat ist eine Schraube, meistens aus Titan, die durch einen chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingesetzt wird und dort als Ersatz für die Zahnwurzel dient. Auf diesem künstlichen Pfeiler wird anschliessend ein Zahnersatz befestigt. Mit der Implantattechnik lässt sich ein einzelner Zahn ersetzen, eine grössere Zahnlücke versorgen oder eine abnehmbare Prothese im weitgehend zahnlosen Kiefer befestigen.