Glossar: Z

Zahnarzt
Die Implantologie ist in der Schweiz Bestandteil der zahnärztlichen Aus- und Weiterbildung an den Universitäten. Wichtig ist, dass jeder Fall richtig eingeschätzt wird; die Bandbreite reicht von relativ «einfachen» Implantaten im nicht sichtbaren Bereich bis zu komplexen Situationen (Frontzähne) oder erschwerenden Bedingungen (z.B. Knochendefekt) sowie komplexen prothetischen Sanierungen, bei denen das Können und die Erfahrung des Zahnarztes zentral sind. Da die Eingriffe heute tendenziell anspruchsvoller werden, sollte der behandelnde Zahnarzt über umfassende diagnostische und planerische Kenntnisse, eine gute Ausbildung in oraler Chirurgie, in rekonstruktiver/prothetischer Zahnmedizin sowie allenfalls bereits über den neu geschaffenen Weiterbildungsausweis (WBA) für orale Implantologie der SSO (Schweizer Zahnärzte-Gesellschaft) verfügen.
 
Am besten fragen Sie Ihren Zahnarzt, welche Leistungen er anbietet oder welche Fachzahnärzte er Ihnen empfehlen kann. Sie können sich auch in Ihrem Bekanntenkreis erkundigen, ob jemand gute Erfahrungen mit einem implantierenden Zahnarzt gemacht hat und dessen Adresse verlangen.
 
Die Kenntnisse und Fähigkeiten eines implantierenden Zahnarztes kann man bei einem ersten Besuch auch direkt erfahren. Wichtig zu beachten sind etwa folgende Aspekte:

  • Wie viele implantologische Behandlungen hat der Zahnarzt bereits erfolgreich durchgeführt?
  • Besucht er regelmässig Fortbildungen?
  • Arbeitet ihr Zahnarzt mit Spezialisten zusammen?
  • Fühlen Sie sich im Erstgespräch sorgfältig, umfassend und individuell beraten?
  • Erhalten Sie auch Informationen zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten samt den möglichen Vor- und Nachteilen?
  • Werden Sie detailliert über Dauer und Kosten der Behandlung aufgeklärt?
 
Bei Fragen/Zweifeln finden Sie hier Informationen/Spezialisten:

  • beim eigenen Zahnarzt, der die persönliche und lokale Situation kennt. Entweder kann er die Implantattherapie selbst durchführen oder er übernimmt die Überweisung an einen erfahrenen implantologisch tätigen Kollegen
  • an einem der vier Zahnärztlichen Institute in der Schweiz, welche neutral beraten. Dies sind: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Zürich, Zahnmedizinische Kliniken der Universität Bern, Université de Genève, Section de médecine dentaire, Universitätskliniken für Zahnmedizin der Universität Basel
  • direkt über die Internetseiten der Fachgesellschaften der Implantat Stiftung Schweiz. Dies sind: Schweizerische Gesellschaft für orale Implantologie (SGI), Schweizerische Gesellschaft für Oralchirurgie und Stomatologie (SSOS), Schweizerische Gesellschaft für Parodontologie (SSP), Schweizerische Gesellschaft für rekonstruktive Zahnmedizin (SSRD).
  • (Nicht ausnahmslos alle Spezialisten, die im Register der Fachgesellschaften aufgelistet sind, bieten eine Implantattherapie an.)
  • bei der Implantat Stiftung Schweiz, die eine Liste der in den verschiedenen Fachgesellschaften vertretenen Spezialisten aushändigt (www.implantatstiftung.ch)
  • beim jeweiligen Kantonszahnarzt (www.kantonszahnaerzte.ch)
Zahnfleischentzündung
Trotz der hohen Erfolgsrate moderner Implantate haben Studien gezeigt, dass im Laufe der Zeit bei Implantaten Probleme auftreten können, die zwar nicht so schwerwiegend sind, dass das Implantat entfernt werden muss, die aber trotzdem eine Behandlung erfordern. Ähnlich wie die zahntragenden Gewebe des natürlichen Zahns können auch die implantattragenden Strukturen des künstlichen Zahns an einer chronischen Entzündung leiden, die zu Knochenverlust führt. Diese Krankheit heisst beim Zahn Parodontitis, beim Implantat Periimplantitis. Periimplantitis in unterschiedlicher Ausprägung kann nach fünf Jahren bei einem von zehn Implantaten nachgewiesen werden. Schreitet die Entzündung unerkannt fort, kann so viel Stützknochen abgebaut werden, dass das Implantat verloren geht.
 
Werden Bakterienbeläge auf Implantatoberflächen mehr als zwei Tage lang nicht entfernt, so reagiert das Zahnfleisch mit einer Entzündung. Im frühen Stadium sind nur die oberflächlichen Schichten des periimplantären Gewebes betroffen. Nach einer professionellen Reinigung und bei sorgfältiger Mundhygiene verschwindet die Entzündung wieder, ohne einen dauerhaften Schaden zu hinterlassen. Bleiben Bakterienbeläge jedoch längere Zeit auf dem Implantat liegen, so kann die zunächst harmlose Entzündung auch auf den Knochen übergehen. Dieser zieht sich allmählich zurück, und mit der Zeit bildet sich rund um das Implantat ein Knochenkrater. Periimplantäre Entzündungen verursachen keine Schmerzen und nur selten machen sie sich durch deutliche, von blossem Auge erkennbare Anzeichen wie Rötung, Schwellung, Blutung oder Eiteraustritt bemerkbar. Periimplantitis kann daher von der Patientin, dem Patienten unbemerkt weit voranschreiten, bis ein grosser Schaden entstanden ist. Deshalb sind regelmässige Besuche beim Zahnarzt oder der Dentalhygienikerin empfehlenswert. Die Überprüfung der Durchtrittsstelle des Implantats und allenfalls eine Röntgenaufnahme oder eine mikrobiologische Untersuchung helfen, periimplantäre Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zielgerichtet zu behandeln.
Zahnimplantat
Ein Implantat ist meist eine Schraube, in der Regel aus Titan, die mit einem chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingesetzt wird und dort als Ersatz für die Zahnwurzel dient. Auf diesem künstlichen Pfeiler wird anschliessend ein Zahnersatz befestigt. Mit der Implantattechnik lässt sich

  • ein einzelner Zahn ersetzen,
  • eine Zahnlücke füllen (zwei oder mehr Zähne),
  • eine verkürzte Zahnreihe ergänzen,
  • ein ganz zahnloser Kiefer versorgen.

Beim Einzelzahnersatz hat eine Implantatlösung den Vorteil, dass keine gesunden Nachbarzähne beschliffen werden müssen, was die Langzeitprognose dieser Zähne erheblich verbessert. Implantatgestützte Brücken oder Prothesen gewährleisten in der Regel eine bessere Kaufunktion. Zudem fühlen sich Patientinnen und Patienten damit sicherer, da sich ein solcher Zahnersatz in der Regel wie eigene Zähne anfühlt.
Zeitpunkt
Nach einem Zahnverlust oder einer Zahnextraktion kann mit dem Setzen eines Implantats unterschiedlich lange zugewartet werden.

  • Sofortimplantation: Erfolgt direkt nach dem Zahnverlust. Sie darf nur zur Anwendung kommen, sofern nach der Extraktion die Alveole (das leere Zahnfach) entzündungsfrei ist. Sie kann mit einem erhöhten Verlustrisiko einhergehen.
  • Frühimplantation: Erfolgt 4 bis 8 Wochen nach der Zahnextraktion. Die Heilung des Weichgewebes ist weitgehend abgeschlossen.
  • Implantation 3 bis 4 Monate nach der Extraktion: Das Weichgewebe ist abgeheilt, der Knochen beginnt zu heilen.
  • Spätimplantation: Erfolgt nach sechs Monaten oder mehr im vollständig abgeheilten Knochen.
Zementierung
Bei der prothetischen Versorgung mit einer Krone oder einer Brücke auf Implantaten sind grundsätzlich zwei Befestigungsarten möglich: verschrauben oder zementieren. Die Verschraubung hat den Vorteil, dass der Zahnersatz wieder abgenommen werden kann, die zahntechnische Arbeit ist jedoch meist teurer.
Zirkonium
Über Zirkonium (Keramik) als Implantatmaterial wird erst seit wenigen Jahren berichtet. Laut aktuellen Beobachtungen kann Zirkonium wie Titan im Körper bedenkenlos eingesetzt werden. Die Verarbeitung ist im Vergleich zu Titan jedoch deutlich aufwendiger und die klinische Anwendung momentan noch wenig erprobt.
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«Zahnimplantate lebenslang?» gesundheitheute-Sendung vom 26. November 2016. » Mehr
«Zahnimplantate heute & morgen» gesundheitheute-Sendung vom 1. Oktober 2016. » Mehr
«Zahnarztwahl» gesundheitheute-Sendung vom 11. Juni 2016. » Mehr
«Unterschiede bei Zahnimplantaten» gesundheitheute-Sendung vom 28. Mai 2016. » Mehr
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Was ist ein Zahnimplantat? Ein Implantat ist eine Schraube, meistens aus Titan, die durch einen chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingesetzt wird und dort als Ersatz für die Zahnwurzel dient. Auf diesem künstlichen Pfeiler wird anschliessend ein Zahnersatz befestigt. Mit der Implantattechnik lässt sich ein einzelner Zahn ersetzen, eine grössere Zahnlücke versorgen oder eine abnehmbare Prothese im weitgehend zahnlosen Kiefer befestigen.